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Am Ausgang der Lagune von Melides, an der alentejanischen Atlantikküste, wurden Teile des Wracks eines Handelsschiffes gefunden. Es handelt sich vermutlich um das Handelsschiff ‘Schoonhoven’ der Niederländischen Ostindien-Kompanie, das nach historischen Aufzeichnungen am 22. Januar 1626 auf einer Asienfahrt, die auf der Insel Texel begonnen hatte, bei Melides gesunken ist. Die Identifizierung jetzt ist leichter geworden, denn schon seit 2014 gibt es ein Projekt zur Auffindung des Schiffs, das unter dem Kommando von Kapitän Cornelis Hartman segelte. Die Meeresarchäologen hatten bereits zuvor das Gebiet des Schiffswracks auf ca. 6 Quadratkilometer eingegrenzt. Die elf Anker des Schiffs erzeugten ein relativ starkes Magnetfeld, was die ungefähre Lage des Schiffs anzeigte. Doch da der Sand in diesem Gebiet sehr beweglich ist und ein Schiff darin versinkt und schnell vom Sand verschluckt wird, war es einerseits sehr schwer, den genauen Ort des Wracks zu finden, andererseits bedeutet es, dass die Überreste quasi versiegelt waren und in einem ausgezeichneten Konservierungs-Zustand sein sollten. Die Forscher erhofften sich große Abschnitte intakter Holzstruktur. Nun hat die Natur nachgeholfen und einige Rumpfteile freigelegt, die dabei allerdings auch beschädigt wurden.

Wracks wie diese zu finden, erfordert Ausdauer und Mühe, was aber durch spektakuläre und wissenschaftlich gut erforschbare archäologische Stätten belohnt werden kann. Nun wird anhand des Fundes rekonstruiert, welchen Teil des Schiffes sie darstellen und was und wie viel noch auf dem Meeresboden übrig sein könnte. Aus den dann folgenden Untersuchungen könnte sich die Geschichte der letzten Fahrt der ‘Schoonhoven’ ergeben. Erst dann kann entschieden werden, ob sich eine weitere Suche und mehr noch – eine Bergung lohnt.

 

Da die Analyse des Fundortes, mögliche weitere Artefakte und die Auffinde-Umstände es erlauben würden, das Schiff wieder in seinen historischen Kontext einzufügen, wäre die Geschichte für die meisten Menschen weitaus faszinierender als die bloße Betrachtung des Wracks und anderer Fundstücke um das Wrack herum. Die gilt nicht nur für die interessierten Forscher aus den Niederlanden, sondern auch für Portugal, die hoffen, der maritimen Geschichte der Region Grândola ein weiteres Mosaikstückchen hinzuzufügen.