Der Alentejo liegt weit ab von den bekannten Urlaubsorten an der Algarve, aber für Kultur- interessierte Menschen lohnt sich, nicht nur wegen der römischen und maurischen Bauten und Burgen, ein Abstecher. Im Alentejo gibt es eine große Anzahl von megalithischen Kultstätten. Vor mehr als 5000 Jahren lebten dort die Kelten, die viele magische Orte hinterließen deren Ursprung und Bedeutung bis heute nicht vollständig entschlüsselt wurde. Wer also in den Alentejo fährt sollte sich vorher über die vielen Anten und Menhire in den verschiedenen Teilen der Provinz informieren.

Das Buch „Megalithkultur im Alentejo“ von Gerhard Pilz, einem bekannten österreichischen Bildhauer und Maler, lädt uns zu einer Rundreise durch die megalithischen Kulturstätten des Alentejo ein. Auf 208 Seiten stellt er separiert nach Landkreisen die vielen megalithischen Monumente vor. Das Buch enthält die Beschreibungen der Stätten, wie man zu Ihnen kommt bis hin zu den GPS Koordinaten zu deren geographischen Lage. Was den Leser besonders erfreut ist die Tatsache, dass er fast für jeden dieser Orte ein Foto beifügt und so kann sich der interessierte Besucher im Vorwege ein Bild machen, wie es dort aussieht. Im Buch erfahren wir etwas über die Unterscheidung der Begriffe: Dólmen, Menhires, Antas, Lapas, Arcas und Mámoas.

Cromeleque do Monte dos Almendres Foto: Claus Bunk

Im Falle von Marvão, in dessen Hinterland besonders viele Antas und Menhires existieren liefert er eine Karte für die bessere Orientierung.  Die größte Anzahl von Megalithstätten findet sich allerdings um die Stadt Evora herum.  Hier wurden in der Region von Pavia erstmalig wissenschaftliche Untersuchungen durchgeführt und entsprechende Forschungen betrieben. Die erste nationale Bestandsaufnahme der Monumente stammt bereits aus dem Jahr 1734 und enthielt damals schon die Beschreibung von 315 Stätten. Um die 80 Monumente wurden in dem Gebiet von Mora bei Evora zwischen 1914 und 1918 erforscht und beschrieben. Hier befindet sich auch das einzige Museum Museu Interactivo do Megalitismo“.  Aber die Forschung auf diesem Gebiet ist noch lange nicht am Ende, denn es gibt oft keine klaren Anhaltspunkte für welchen Zweck die Monumente wirklich dienten.  Auch kommen heute immer noch bei Ausgrabungen Gegenstände aus dieser Zeit zum Vorschein. Im Norden des Alentejos am Ufer des Flusses Tejo finden sich auch prähistorische Felszeichnungen, die von großem Interesse sind. 

 

Gerhard Pilz, Megalithkultur im Alentejo – Anten, Menhire…. ISBN 9798650530978

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