Die Situation in Lissabon verschlechtert sich, am Wochenende 18.6. bis 21.6. wird der Großraum Lissabon wegen vermehrt aufgetretenen Coronafällen der Variante Delta gesperrt. Ein Verlassen des Großraums ist für alle Bürger untersagt worden. Einreise per Flugzeug findet nur in Ausnahmefällen statt. Diese Maßnahme dient dazu zu verhindern, dass die Virusvariante in das gesamte Land getragen wird. Allein im Großraum Lissabon gibt es täglich schon wieder fast 1000 Infektionen.

Seit dem Ende des Lockdowns, steigen die Zahlen zwar im übrigen Land wieder leicht, jedoch unterhalb des bedenklichen Levels. Nur Lissabon und die Ausflugsregion von Sesimbra machen hier eine Ausnahme mit Werten von 244 und 260 Infektionen auf 100Tsd. in 14 Tagen. 

Die 14-Tage-Inzidenz für das Festland wird mit 76,6 Infizierten pro 100.000 Einwohner angegeben, der Übertragungs-Index R liegt bei 1,09. Somit gelten die erweiterten Öffnungen landesweit; ausgenommen sind Braga, Vale de Cambra, Lissabon, Odemira, Sesimra und einige Azoreninseln (São Miguel). In diesen Bereichen sind die Infektions-Zahlen aus unterschiedlichen Gründen noch deutlich erhöht. 

 Die genannten Städte verbleiben in der Phase, in der sie sich derzeit befinden. Weitere zehn Gemeinden stehen noch unter erhöhter Beobachtung, da sie sich an der Grenze der Zahlen für Öffnungen bewegen. Es sind dies: Albufeira, Alcanena, Arruda dos Vinhos, Cascais, Loulé, Paredes de Coura, Santarém, Sertã, Sesimbra und Sintra. Dennoch können dort, wie in allen Städten außer den eingangs genannten, Restaurants, Cafés etc. ihre Türen bis Mitternacht geöffnet halten; die Gäste können bis ein Uhr in den Lokalen bleiben.

Situation der Pandemie in Portugal Festland mit Werten bei kritischen Landkreisen (Quelle: Público 18.6.)





Geschäfte aller Größen können wieder zu ihren regulären Öffnungszeiten zurückkehren. Auch der Besuch von Sportveranstaltungen wird wieder möglich (mit einer maximalen Kapazität von 33%). Kulturelle Veranstaltungen können bis Mitternacht dauern, in geschlossenen Räumen gilt die Hälfte der potenziell möglichen Zuschauerzahl als Höchstgrenze; im Freien müssen Plätze markiert werden.

Öffentliche Verkehrsmittel, die (anders als z.B. in Deutschland) bisher ebenfalls nur mit eingeschränkter Personenzahl fuhren, können nun wieder eine 100-prozentige Auslastung haben, sofern das Fahrzeug ausschließlich über Sitzplätze verfügt. Sind Stehplätze vorhanden, ist die Auslastung vorerst auf zwei Drittel der Plätze begrenzt.

Es gibt nun wieder eine Reihe von sportlichen, kulturellen und familiären Veranstaltungen (etwa Hochzeiten und Taufen), bei denen ein Screening am Eingang erforderlich wird. Die Regelungen dazu liegen in der Verantwortung der Gesundheits-Behörden, die in den nächsten Tagen eine Norm veröffentlichen wollen.

Homeoffice in den Berufen, die dies ermöglichen, bleibt Pflicht in den oben genannten vier Städten, die noch nicht an dieser Öffnungsphase teilnehmen, sowie für Personen, die aufgrund von Krankheit oder medizinischer Behandlung immunsupprimiert sind. Für die übrigen Kreise gilt Homeoffice als Empfehlung.

Der Ausnahmezustand gilt weiterhin bis zum 27.Juni.

Ab dem 28.Juni beginnt dann die nächste Öffnungsphase , in der u.a. die bisher notwendigen vorherigen Termin-Reservierungen bei Ämtern und öffentlichen Diensten (z.B. ‘Lojas de Cidadão’) wegfallen und die öffentlichen Verkehrsmittel die Fahrgäste wieder ohne zahlenmäßige Beschränkung transportieren.
Künftig richtet sich die Beurteilung der Inzidenz nach der Bevölkerungsdichte: Bei dünner besiedelten Kreisen wird eine höhere Inzidenz von 280 / 100.00 toleriert als in dichter besiedelten Gegenden. Bars und Discotheken bleiben bis auf Weiteres geschlossen, vorerst sind auch Volksfeste und Wallfahrten nicht vorgesehen. Strände erhalten ein Ampelsystem um Überlastung zu vermeiden.  

Alle Regelungen, ebenso wie eine Grafik zur Risiko-Bestimmung der Inzidenzen, sind hier anschaulich dargestellt: https://covid19estamoson.gov.pt/.../2021/06/CI_2JUN.pdf 

Text: Henrietta Bilawer und Claus Bunk