Umweltzerstörung und Sklavenarbeit im Süden Portugals - Dritte Welt mitten in Europa: die superintensive Landwirtschaft im Süden Portugals

In diesem Jahr hat sich in Deutschland eine Initiative gebildet „#SowasEssIchNicht“, die zum Boykott der Beeren-Früchte aufruft, die in den Plastik überdeckten Plantagen des Alentejos angebaut werden. Die Plastikarchitektur für den Anbau roter Beeren, Blaubeeren etc. und die superintensiven Olivenplantagen im Landesinneren sowie auch die neuen Avocadoplantagen an der Algarve haben nicht nur die Landschaften grundlegend verändert, gefährden den örtlichen Wasserhaushalt, sie greifen auch ins Gefüge der ländlichen Gesellschaft ein. Die Landarbeiter des Alentejo haben nach der Nelkenrevolution hart erkämpft, dass sie nicht nur tageweise während der Erntezeit angestellt werden, sondern auch in den Wintermonaten abgesichert sind.

Mittlerweile ist es wieder so, als hätte dieser Fortschritt nie stattgefunden nur, dass jetzt nicht mehr die portugiesischen Landarbeiter ausgebeutet werden, sondern die neuen Arbeits-Migranten. Die jungen Alentejaner möchten nicht Sklaven im eigenen Land sein, sie arbeiten durchaus auf Feldern, allerdings in der Schweiz oder in Frankreich. Initiativen wie „Solidaridade ao Imigrante“ (SOLIM) oder #JuntosPeloSudoueste setzen sich für die Rechte der migrantischen Arbeitskräfte, gegen die Ausbeutung von Menschen und Ressourcen und für die Interessen der traditionellen bäuerlichen Betriebe ein.

Sie fordern mit ihnen

• staatliche Vorgaben für eine gerechte Wasserverteilung,

• sorgfältige Kontrolle der Arbeitsbedingungen und Unterbringung der Arbeitskräfte

• die Umsetzung wenigstens der minimalen Vorgaben der EU-Landwirtschaft sowie

• ein besseres Lieferkettengesetz mit Mandat für Kontrollorgane

Bevor nicht wenigstens diese Forderungen umgesetzt werden, rufen Sie dazu auf, Produkte aus dieser Form der Landwirtschaft in den Regalen liegen zu lassen! „#SowasEssIchNicht#