Der erste Wahlgang der Präsidentschaftswahl in Portugal 2026 fand am 18. Januar 2026 statt, um den Präsidenten Portugals zu wählen. Da keiner der Kandidaten die Mehrheit der Stimmen erhielt gibt es eine Stichwahl am 8. Februar 2026. Im ersten Wahlgang errang António José Seguro mit 31,1 % der Stimmen den ersten Platz, gefolgt von André Ventura mit 23,5 %. Beide werden am 8. Februar zur Stichwahl antreten. Es ist erst das zweite Mal in der Geschichte Portugals, dass es eine Stichwahl um das Präsidentenamt gibt.

 

Bei den beiden zur Wahl stehenden Kandidaten handelt es sich um einen absoluten Gegensatz. Während der Sozialist Seguro schon als Finanzminister früherer Regierungen und als Parteivorsitzender der PS (Partido Socialista) tätig war. Er gilt als links-liberaler Politiker während sein Gegenkandidat Ventura als rechter Populist und lautstarker Oppositionspolitiker der Partei CHEGA bekannt ist deren Vorsitzender er ist. Ventura hat sich in der letzten Zeit besonders durch rassistische Aussagen einen Namen gemacht. So hetzte er öffentlich auf Plakaten gegen Roma in Portugal und spricht sich für die Ausweisung aller illegal in Portugal lebenden Ausländer aus. Seine Positionen könnte man am ehesten mit der Politik der AFD in Deutschland vergleichen. Es handelt sich also um eine Schicksalswahl für Portugal. Die Frage ist, wie sich die Wähler entscheiden, die für die vielen anderen Kandidaten im ersten Wahlgang gestimmt hatten. Der Chef der Regierungspartei PSD wollte jedenfalls keine Wahlempfehlung aussprechen, womit er sagen wollte, dass er auch tolerieren würde, wenn PSD Anhänger ihre Stimme Ventura geben. Diese Aussage führte in der PSD zu regen Diskussionen, denn es gab viele Politiker, die der Meinung waren, dass eine klare Empfehlung für den Demokraten Seguro notwendig wäre. Diese Auseinandersetzung erinnert stark an die Brandmauerdiskussionen in Deutschland.  

Der portugiesische Präsident hat außer der Repräsentation des Staates keine weiteren Funktionen in der politischen Landschaft Portugals. Im Gegensatz zum deutschen Präsidenten kann er allerdings das Parlament auflösen und sogar den Ministerpräsidenten entlassen, wenn er nicht von seiner Arbeit überzeugt ist. Außerdem ist er der Oberbefehlshaber der Streitkräfte (Comandante Supremo das Forças Armadas).